Panamas Landjäger*

Die Panamericana verbindet Alaska mit Feuerland und ist sozusagen eine kontinentübergreifende Schnellstraße. Auf dieser sind wir nun unterwegs. “Ich glaube wir sollen anhalten…”, sage ich zu Andreas. Ein Polizist winkt uns zur Seite. Nun war das für uns nichts Ungewöhnliches, in Kolumbien sind wir ständig durch Kontrollen gefahren. Schon beim Fenster runter kurbeln merke ich: dieser Policeofficer will etwas anderes von uns. Er hält so eine Art Supermarktkassenscanner in der Hand, was sich als Laserpistole entpuppt. Auf unser “Wir sprechen kein Spanisch”  zückt der Gute den Google-Translator. Wir seien zu schnell gefahren. Erlaubt waren 60 km/h und er zeigt in seinem Gerät 92km/h – das  kostet 150 USD Strafe. Mir fällt die Kinnlade runter. “Wir bezahlen das in Panama-City”, erwidere ich und fordere: “Stellen Sie uns einen Strafzettel aus.” Schulterzucken. “Wie können wir sicher sein, dass Sie unsere Geschwindigkeit gemessen haben?”, frage ich nach. “Okay, 50 Dollar cash”, meint er. Kann schon stimmen mit den 90 km/h, signalisiert mir Andreas. Wir packen also den Kofferraum aus – das Bargeld ist ganz unten vergraben – und geben ihm das Geld ohne Quittung. Der Polizist versucht mit freundlichem Smalltalk unsere Stimmung aufzuhellen, was ihm nicht gelingt. Ich antworte kurz angebunden und maulend auf die Konversationsversuche des Landjägers*. (* Landjäger bezeichnet man nicht nur Polizisten, und sondern auch kleine, flach gepresste, stark geräucherte Wurst  – das wäre mir jetzt auch echt lieber!)

Wir dürfen schließlich weiterfahren und zählen auf der gesamten Strecke 39 derartige Polizeiposten, die entweder mit der Laserpistole, dem Handy oder mit Essen beschäftigt sind.

Am Abend kommen wir in dem kleinen verschlafenen Surferort Santa Catalina an und wollen in unserem Quartier einchecken. Die Frau am Tresen hört gar nicht mehr auf mit dem Kopf zu schütteln und blickt eine halbe Ewigkeit fragend in den Computer. Dann endlich schaut sie uns an: “Ihr habt erst ab morgen gebucht.” Ach nee. Ich habe mich im Datum geirrt. “Aber es ist noch frei”, verkündete sie und wir können einchecken. Für den nächsten Tag buchen wir gleich noch die Tagestour.

Und so schippern wir  am nächsten Tag mit einem Boot zu verschieden Inseln und können dort schnorcheln. Unterwegs sehen  wir Delphine, Rochen, Meeresschildkröten…

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