Wüste, wir haben ein Problem

Ich pelle mich aus den halbwegs warmen Schlafsackhüllen. Da ich fast alle dicken Sachen anhabe, hilft nur Bewegung, um auf normale Körpertemperatur zu kommen. Ich schleiche mich raus und BÄÄM.

Wüste, wir haben ein Problem

Im Dunkel gestern Abend konnte ich den See und die Berge nur silhouettenhaft im Mondlicht erkennen. Der natürliche Pool dampft, von seinen heißen Quellen gespeist, im Morgenlicht. Die aufgehende Sonne wärmt mich langsam, während ich versuche mit der Kamera diese Magie festzuhalten. Absolute Ruhe. In der bergigen Landschaft stehen einsam die einfachen Touristen-Baracken und Jeeps herum.

Wüste, wir haben ein Problem

Wüste, wir haben ein Problem

Eine Stunde später sitzen meine Reisegefährten und ich wieder in einem dieser Fahrzeuge.
Die Salvador-Dalí-Wüste (span. Desierto de Salvador Dalí) erinnert tatsächlich mit seinen Formen und Farben an den surrealistischen Künstler.

Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem

Mitten in dieser Steinwüste taucht plötzlich wie eine Fata Morgana die Laguna Verde auf. Mineralien wie Magnesium, Calciumcarbonat, Blei und Arsen klingen wie Zutaten aus einer Giftküche. Je nachdem ob die Sedimente durch Wind aufgewühlt werden, wechselt der Zaubersee seine Farbe.

Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem

Der Vulkan Licancabur mit seinen 4.329 m Höhe liegt schon auf chilenischer Seite. Und Chile ist auch das nächste Ziel. Die mitreisende Kanadierin verlässt uns an der Grenze, um mit dem von ihr gebuchten Bus in Chile weiter zu reisen. Die Einreiseformalitäten gehen zwar recht schnell, doch ihr Bus ist schon mal vorzeitig abgefahren. Uff… Problema!

Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem

Unsere Guides pressen sie schließlich nach langem Verhandeln samt Gepäck in einen anderen Bus und für uns geht es mit weiteren Zwischenstopps zurück nach Uyuni.
Zeit für eine Mittagspause in einem kleinem Dorf mit wuscheligen Fotomotiven.

Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem

Beine vertreten in einer skurrilen Felsenwelt…

Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem
Wüste, wir haben ein Problem

Die Landschaft ist rau, kalter Wind weht um die Nase und die Fahrt ist staubig. Hier eine Panne zu haben, wäre mit Sicherheit äußerst ungemütlich. – Denke ich so – und wir halten just in dem Augenblick mitten in der steinigen Wüste an. Ich schnappe das Wort “Neumático“ und „Problema” (Reifen-Problem?!!?) von den vorderen Sitzen auf.  Waaas?

Die beiden Bolivianos steigen aus.  Es dauert zwar ewige Sekunden, doch dann realisiere ich, dass nicht unser Auto einen platten Reifen hat, sondern der Jeep ein paar Meter vor uns. Die Leute warteten schon eine Weile verzweifelt auf Hilfe. Mit an Bord ein paar kleine Kinder. Unser Team hilft. Werkzeug und Ersatzreifen sind besonders gut verpackt. Fünf Leute – sechs Meinungen… Zumindest dauert alles seine Zeit – aber was ist schon Zeit?

Wüste, wir haben ein Problem

Ciao Uyuni

Eine Ewigkeit später geht es weiter. Die Rückfahrt ist anstrengend und lang. Wir erreichen erst weit nach der Dämmerung Uyuni.

Ich kaufe mir ein Ticket für den Nachtbus nach La Paz und hole meine restlichen Sachen aus dem Hotel, darf dort sogar nochmal kurz duschen.

Der Nachtbus ist recht komfortabel. Es gibt wie im Flieger etwas zu Essen, zu Trinken, Decken, Kissen und TV.
Die Konversation mit meiner ziemlich erkälteten Sitznachbarin hält sich jedoch in Grenzen und so versuche ich mit Schlaf die lange Fahrt zu überbrücken.

 4 Uhr Morgens: Verschlafen höre ich der Ansage des Busfahrers zu. “Bitte seien Sie umsichtig bei der Wahl Ihres Taxis ins Hotel. Fotografieren Sie das Nummernschild bevor Sie einsteigen. Es ist gefährlich in La Paz.”

Immerhin bin ich froh, dass ich um diese Zeit überhaupt ein Taxi abbekomme. Klar mache ich das Foto – aber sehr auffällig, um zu zeigen, dass ich Bescheid weiß. Mein Fahrer fährt mich durch die einsamen Straßen und wie hier so üblich bleibt er auch so lange bei mir bis die Pforte zum Hotel geöffnet wird. Diesmal dauert das nur 20 Minuten – trotz vorheriger Ankündigung.

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