So grün ist Bolivien

Samaipata

Eine grüne Oase in den Bergen mit perfekten Temperaturen. Nicht so heiß wie hier in Santa Cruz und auch nicht so kalt wie auf dem Altiplano. Gabriel aus Brasilien hat den gleichen Weg und so teilen wir uns ein Taxi bis zur Bushaltestelle in irgendeiner Querstraße. Wir warten an einem Miniladen, in dem man einzelne Klopapierrollen und Wasser kaufen kann.

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Feste Abfahrtszeiten gibt es hier nicht. Ist ein Minibus voll, fährt er los und es kommt der nächste. Wir verlassen das Gewusel der Stadt. Plötzlich wird es grün und angenehm kühl. Es geht in die Berge. Ich kann den Fahrer überzeugen zweimal für einen Fotostopp anzuhalten. Die Verzögerung holt er natürlich mit durchgedrücktem Gaspedal wieder auf.

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Das Hostel Andoriña ist ein Traum: Eigenes Bad mit warmem Wasser und diese herrliche Aussicht. Ich bin gekommen, um zu bleiben. Das erste mal auf der Reise habe ich das Gefühl so richtig viel Zeit zu haben.

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Am späten Nachmittag kämpfe ich mich quer durchs Gestrüpp auf eine der umliegenden Anhöhen und genieße glücklich den Augenblick. „Ruhe in der Höhe“, bedeutet Samaipata übersetzt aus dem Quechua. Passender kann der Name nicht sein.

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El Fuerte de Samaipata

Am Morgen treffe ich Gabriel wieder und wir beschließen uns erneut ein Taxi zu teilen. El Fuerte de Samaipata ist eigentlich gar keine Festung, sondern eine Zeremonialstätte der Inka. Als eine der bedeutendsten Ruinenstätten der Inkakultur steht es auf gleichem Rang mit Machu Picchu. Das Herzstück der Weltkulturerbestätte, ein  200 x 40 Meter riesiger behauener Sandsteinfelsen mit Tierdarstellungen, liegt mondän auf dem Plateau. Am Fuße des Riesensteines gab vor 3.500 Jahren eine Siedlung: vieles aus jener Zeit ist ungeklärt und macht den Ort hier umso geheimnisvoller. Auch wir versuchen, das eine und andere bei unserem Rundgang über die Anlage hinein zu interpretieren. Da wir fast die einzigen Touristen hier sind, fällt uns die Zeitreise nicht schwer.

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Den dazu passenden Geschichtsunterricht mit Selbststudium bekommen wir im Museum.

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Wochenende

Beim Durchstöbern der Aushänge stolpere ich wieder über das Internationale Theaterfestival. Hier in dem kleinen Dorf gibt es eine Vorstellung. Nichts wie hin. Und so sitze ich als einzige Europäerin in Südamerika zwischen Einheimischen und schaue mir ein asiatisches Puppenspiel an. Wirklich international.

 

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Es ist kalt so früh am Morgen. Um sieben sitze ich auf der Bordsteinkante vor meinem Hostel mit einer kleinen zitternden Mietz und warte auf den Transfer.

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Meine gebuchte Wandertour führt durch sensationelle Landschaft zu den Cuevas. Hier lasse ich mal die Bilder für sich sprechen…

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Finde den Condor!
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Amboro Nationalpark

Am Abend erzählen mir ein paar Franzosen aus dem Hostel, dass sie einfach nur einen Taxifahrer für für die Amboro-Nationalpark-Tour gebucht haben. Das Geld geht dann 1:1 an den Einheimischen. Das klingt verlockend. Ruckzuck mache ich mit diesem Taxifahrer etwas klar und finde sogar noch zwei weitere Kompagnons. Es wird abenteuerlich … Es hört auf zu regnen, als wir uns um 9:00 Uhr morgens treffen. Auf geht’s durch Furt und über Buckelpiste. Bis sich unser Gefährt beharrlich weigert, die matschige enge, steile Straße hochzufahren.

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Also beginnt ziemlich weit unten unsere Tour. Jorge, unser Taxifahrer, meint, wir sollen schon mal los laufen und er sucht eine geeignete Stelle, um das Auto abzustellen. Und wir laufen und laufen und warten und laufen. Irgendwann warten wir nur noch und dann kommt unser Bolivianer angetrabt. Scheinbar sind wir zu weit gewandert, also wird die Strecke umdisponiert. Hier und da weichen wir vom breiten Weg ab und schlagen uns durch den Dschungel. So richtig mit Machete wie im Film.

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Wir entdecken sogar Pumaspuren im Matsch. Besonders beeindruckend hier im mystischen Nebelwald sind die Riesenfarne. Von einer Hochebene aus zeigt uns Jorge das Haus seiner Großeltern, es liegt irgendwo im Nirgendwo abseits jeglicher Zivilisation, dafür in wunderschöner Natur.  

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Dann machen wir uns auf den Rückweg und es kommt, wie es kommen musste, wir verirren uns im Dschungel. Kein Weg ist sichtbar und auch hinter uns scheint wie bei Dornröschen die Hecke zuzuwachsen. Besonderen Spundus habe ich vor den verführerischen Haltegriffen, die mit Dornen gespickt sind. Es ist nass, matschig, steil und rutschig. Schlangen, Spinnen oder solches Getiers blende ich völlig aus. Ich könnte brüllen: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus.“ Bringt aber rein gar nix. Erstens bin ich kein Star und zweitens versteht hier keiner Deutsch. Schließlich entkommen wir vier schlammgebadet den Fängen des Urwaldes.  

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Ich würde am liebsten hier im gemütlichen Ort Samaipata bleiben, aber der Reisegeist klopft an die Tür. Also packe ich meine Sachen und weiter geht’s.

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